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Susanne Kühn, BEASTVILLE, 2019, 250 x 380 cm, two-parts, mixed media on canvas – on the occasion of the exhibition BOSCH & KÜHN, photo: Bernhard Strauss

upcoming exhibition:

Korrespondenzen BOSCH & KÜHN – BEASTVILLE, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien (The Paintings Gallery of the Academy of Fine Arts Vienna), Opening May 16, 2019 (S), 16.5.- 25.8. 2019

Das Herzstück der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien ist das Triptychon mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts von Hieronymus Bosch (um 1450/55 – 1516). Der dreiteilige Altar zählt zu den weltweit bedeutendsten Kunstwerken der Zeit um 1500 und ist das zweitgrößte Werk Boschs. Die Ausstellungsreihe Korrespondenzen stellt Boschs Jüngstes Gericht einer zeitgenössischen Position gegenüber.

Für die Korrespondenzen in Wien malte Susanne Kühn eigens zwei neue monochrome Diptychen – angeregt durch die in Grisaille (grau in grau) gemalten Außentafeln von Boschs Altar. In den großformatigen Gemälden setzt sie sich mit ihrer Rolle als Künstlerin im Kontext ernster Entwicklungen unserer Zeit auseinander. Der Ausstellungstitel BEASTVILLE vereint dabei das Wort »beast«, das Tier, und »ville«, die Stadt. Die Künstlerin selbst verweist damit zum einen auf das Tier, das in jedem von uns steckt. Und das gerade heute droht, die gesellschaftlichen Ideale der Humanität zu unterwandern, weil immer mehr Menschen von Angst getrieben agieren und nur noch ihren eigenen Vorteil suchen – gleich Tieren, die um ihr Überleben kämpfen und in die Ecke getrieben Allmachtsphantasien vom Über-Menschen entwickeln.

Zum anderen wurde in der Kulturgeschichte der Frau das Animalische zugeschrieben, sie wurde auf Körper, Natur und Fortpflanzung reduziert, während wahrer Geist, wahre Kreativität und Schaffenskraft dem Mann vorbehalten war. In der Figur des Tiers befragt die Malerin diese Zuschreibungen, die auch ihren Raum als Frau und Künstlerin besetzen. Mit großer künstlerischer Freiheit und einer gehörigen Portion Humor spielt sie mit diesen Assoziationen und verschiebt ihre Bedeutungen. So schafft sie absurd anmutende Szenarien und lässt neue Räume entstehen, die ihren eigenen Gesetzlichkeiten folgen.

Kühns Tiere befinden sich also nicht an einem mythischen Ort, sondern mitten unter uns. Wir begegnen ihnen in einer zwar fantastischen, mitunter auch endzeitlich anmutenden Landschaft, die die Malerin aber mit klar erkennbaren Markern der menschlichen Kulturgeschichte und Gegenwart möbliert. Im Bild BEASTVILLE  sind es die am Computer generierten Pyramiden und treppenartigen Gebilde, die von zivilisatorischer Intervention zeugen. In ROBOTA II  sehen wir Klone in einer psychedelischen neuen Welt beim Zusammenbau eines Roboters am Werk. “BEASTVILLE  als Ort, wo apokalyptische Architektur neben wilder Natur steht und wuchert”, so Susanne Kühn. Und dessen Bewohner und Bewohnerinnen auf uns selbst verweisen.

Susanne Kühn / Julia M. Nauhaus, Direktorin der Gemäldegalerie Wien

 

 

Susanne Kühn CYBERPALETTE I, 2019, 160 x 120 cm, acrylics on canvas

“PALETTE”, solo-show @ Beck & Eggeling Vienna, Opening May 15, 2019, 16.5.-2.7.2019

Susanne Kühn zeigt in der Ausstellung „PALETTE“ in der Galerie Beck & Eggeling International Fine Art in Wien aktuelle Arbeiten, die in direktem Kontext zu den Arbeiten ihrer Ausstellung Korrespondenzen BOSCH & KÜHN – BEASTVILLE in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste stehen.

In den schwarzweißen Zeichnungen verbindet sie das Vokabular historischer Grafik und digitaler Ästhetik und schafft somit einen einzigartigen Bildraum für unterschiedliche Narrative: Junge Frauen rennen durch einen dunklen Wald, der von einer ominösen Gigant-Palette beleuchtet wird (PALETTE, 2019); oder Susanne Kühn stellt sich selbst in PICTUREMAKING DISSOLVES, 2019 als mittelalterliche Malerin dar, auf deren Palette Würmer kriechen und sich das Bild der Madonna in Schwaden schwarzer Farbe auflöst.

Ihre neuen Gemälde CYBERPALETTE I und II, 2019 leben von einer strahlenden, jedoch reduzierten Farbigkeit, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem Begriff der Zeichnung der vergangenen zwei Jahre entwickelt hat. Dabei nehmen neu erfundene Palette-Formen sinnliche Gestalt an und wirken wie schwebende, computergenerierte Organe in historisch anmutenden Räumen.

 

 

recent news:

To Catch a Ghost, Museum für Neue Kunst Freiburg, 27. October 2018 – 24. March 2019, (G) featuring the work “Old Woman Artist

Geheimnis der Dinge. Malstücke, Kunsthalle Recklinghausen, Februar 17 – April 7, 2019(G)

House for a Painting, FRAC Alsace 2019, a large survey of objects by Susanne Kühn + Inessa Hansch

“House for a Painting”, a large survey of objects by Susanne Kühn and Inessa Hansch, FRAC Alsace, opening September 20, 2018; curator Felizitas Diering (S)

Artist Talk with Susanne Kühn, artist (Freiburg, D) and Inessa Hansch, architect (Paris, F) , October 20, 4.30 pm Lecture Hall FRAC Alsace

Geheimnis der Dinge. Malstücke“, Beck & Eggeling International Fine Art , Düsseldorf, (G), 2019

As part of Sharkive collection (Shark’s Ink), the lithographs “Trail“, “Spring” and others are now in the collection of the CU Art Museum, University of Colorado, USA, February 2018

Painting of Landscape” is included in a group-show in London with Sabiha Kurtulmus – Merkur Art Gallery Istanbul, February 2018

solo-presentation of new drawings @ viennacontemporary, opening September 20, 2017 with Beck & Eggeling, Vienna

Multiverse: Stories of This World and Beyond, January 20, 2017 to Wednesday, July 19, 2017, Featuring Artists: Nicole Awai, Elizabeth Huey, Trenton Doyle Hancock, Susanne Kühn, Malcolm Morley, Robyn O’Neil, Lisa Sanditz, Kemper at the Crossroads, Kemper Museum, Kansas, USA, group-show

DuMont ART 2018 calender released featuring: Jonas Burgert, Benjamin Appelt, Tim Eitel, Alexander Iskin, Norbert Bisky, Pia Dehne, Gert & Uwe Tobias, Johanna Jabowlev, Jorinde Voigt, Mirjam Völker, Susanne Kühn und Miriam Vladming

Susanne Kühn – Walks & other Stories, 2017, MNK at Augustinermuseum Freiburg, photo: Bernhard Strauss, exhibition furniture: Inessa Hansch

Susanne Kühn – Spaziergänge & andere Storys, solo-show, MNK im Haus der Graphischen Sammlung, Augustinermuseum Freiburg, 18.2.-5.6.2017

Kerber Verlag has published the catalogue “Susanne Kühn – Walks & Other Stories” in conjunction with the exhibition containing an essay by Isabel Herda and an interview between Susanne Kühn and Charlotte Mullins (German/English, 96 pages).

Edition Copenhagen has produced two lithographs on the occasion of the exhibition “Susanne Kühn – Walks & Other Stories”, Augustinermuseum Freiburg, Germany

Susanne Kühn, OMI International Arts Center, Ghent, New York, USA, March-May, 2016, solo-show